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Die Folgen des sexuellen Missbrauchs  

 

können unterschiedlich sein. Nicht jeder Betroffene hat alle Folgen zu "ertragen" .

Ich will versuchen einige Folgen sexuellen Missbrauchs hier aufzuschreiben. Sicher werden es vielleicht nicht alle sein, aber ich gebe mir grosse Mühe.

Schuldgefühle

Viele Betroffene geben sich selbst die Schuld für das was passiert ist. Sie denken wenn ich mich doch nur gewehrt hätte, wenn ich doch nur weggelaufen wäre. So oder ähnlich geht es vielen. Ich persönlich zum Beispiel erwische mich immer und immer wieder das ich denke hm hätte ich nicht was machen können ? Wieso habe ich mich nicht eindeutig zur Wehr gesetzt? Vielleicht hätte es ein Ende gehabt wenn ich geredet hätte, Schuldgefühle habe ich auch weil ich zurückgegangen bin und der ganze Mist wieder von vorn angefangen hat. Rein logisch weiß ich das mich keine Schuld trifft. Das kann jeder in Büchern für Betroffene lesen, aber das Gefühl das ein jeder hat, kann keiner nehmen.

 

Angst

Angst ist ein Gefühl was viele Betroffene kennen. Sie haben ständige Angst vor dem Täter, sie haben Angst das das Geheimnis an die Öffentlichkeit gerät und das was die Täter ihnen angedroht haben passieren könnte. Sie haben zum Beispiel Angst das die Familie zerfällt wenn sie das erzählen was passiert ist. Ich persönlich habe vor meinem Vater und seinen Freunden immer Angst gehabt. Erst kurz vor seinem Tod habe ich allmählich angefangen wirklich zu "reden".

 

Sprachlosigkeit

Ich möchte diesen Punkt sehr bewusst als Folge des Missbrauchs aufführen. Weil den meisten wenn nicht sogar allen Betroffenen ist es verboten worden über das geschehene zu reden. Ihnen wurden Drohungen ausgesprochen was passiert wenn sie reden. Ihnen wurde Gewalt angetan um Ihnen zu zeigen was passiert wenn sie reden. So war es bei mir. Irgednwann haben die Betroffenen so lange geschwiegen das sie nicht mehr in der Lage sind über das was passiert ist zu reden. Sie schämen sich für das was passiert ist und sie denken niemand wird ihnen glauben. Schreiben oder malen ist oft der einzigste Weg raus aus der Isolation.

 

Schamgefühl

Ich denke das Schamgefühl ist auch eines der Punkte die es fast unmöglich macht über das was passiert ist zu reden. Denn irgendwann merkt ein Kind das das nicht normal ist was der Papa , Onkel, Opa, Tante, Oma, Mutter, Erzieher oder Lehrer da macht. Es schämt sich dafür weil es für das betroffene Kind und auch für den betroffenen Erwachsenen immer noch eine Sache ist die mit Schmutz und Ekelgefühlen zu tun hat ! Ich selber schäme mich noch heute wenn ich über das was passiert ist reden möchte. Auch wenn dies, wie ich immer wieder höre, unbegründet ist!

 

Selbsthass und Selbstverletzung

Suizidversuche und selbstverletzendes Verhalten ( ritzen, jucken, kratzen) haben viele Betroffene. Denn viele wollen damit den inneren Schmerz den sie fühlen wegbekommen. Oder sie wollen sich endlich fühlen können. Ich persönlich denke noch heute manchmal wie kann ich es wert sein geliebt zu werden.

 

Zwänge

Viele Betroffene haben Zwänge. Diese Zwänge so ist es zum Beispiel bei mir werden durch bestimmt Gefühle verursacht ! Bei mir ist es zum Beispiel so das ich einen ziemlichen Waschzwang habe. Es ist noch nicht so das es ich möchte mal sagen Krankhaft ist. Aber als normal würde ich es auch nicht mehr bezeichnen. Dieser Waschzwang resultiert bei mir einfach aus dem Gefühl des Ekels und des Schmutzes. Ich habe ständig das Gefühl sie haben ihren Dreck bei mir gelassen. Und dies führt zu einem manchmal sehr ausgeprägten Wasch und Duschzwang. Andere Betroffene haben oft das Gefühl sie wollen immer die Kontrolle behalten weil sie dann das Gefühl haben alles mehr lenken zu können. Auch ich habe dieses Gefühl hin und wieder. Es ist so das ich damals immer das Gefühl hatte wenn ich abends wach bleibe und aufpasse dann können sie mich nicht im Schlaf überraschen, ich war immer auf der Hut, gebracht hat es mir trotzdem nichts aber ich hatte wenigstens nicht das Gefühl im Schlaf überrumpelt zu werden.

 

Gestörte Sexualität

Viele Betroffene haben eine gestörte Sexualität. Ich kann von mir sagen, dass ich dadurch das mir diese Sexualität aufgezwungen wurde lange Zeit dies überhaupt nicht ertragen konnte. Es erinnerte mich immer wieder an das was mir passiert war und ich nicht wollte. Heute sage ich, ich will keine Sexualität mehr, denn es erinnert mich an den Missbrauch. Als ich noch verheiratet war, dachte ich ich muss es machen, wir sind verheiratet, aber jedesmal kamen die Erinnerungen hoch. Und somit habe ich es aus meinem Leben verbannt. Ich wiess, normal ist was anderes. Es gibt Tage da kann ich schon normale Nähe nur sehr schlecht oder gar nicht ertragen. Manchmal fällt es mir sogar schwer meine Kinder in den Arm zu nehmen, obwohl ich sie sehr liebe. Es gibt verschiedene Formen von einer gestörten Sexualität genauso wie es verschiedene Menschen gibt. Zu den Störungen können zählen: Schwierigkeiten eine Lustvolle Sexualität zu empfinden, häufig wechselnde Sexualpartner, aggressives Sexualverhalten, Ablehnung der eigenen Geschlechterrolle.

 

es gibt auch eine Reihe von Psychosomatischen Folgen

dazu zählen:

- Kopfschmerzen/ Migräne
- Hauterkrankungen und Allergien
- Erstickungsanfälle/ Asthma
- Lähmungen, Verspannungen, Haltungsschäden, Autismus
- Konzentrations- und Leistungsstörungen
- Ohnmachtsanfälle/ Kreislaufschwächen
- Bauchschmerzen/ Unterleibsschmerzen
- Essstörungen wie Magersucht und Bulimie
- Einkoten und Verdauungsstörungen
- Schlafstörungen (um nicht im Schlaf vom Täter überrascht zu werden und/oder Vermeidung von Träumen über das Erlebte)

 

Viele andere psychische Erkrankungen kommen noch dazu, wo ich hier nur mal für 2 eine kurze Definitionen abgeben will. Diese beiden Persönlichkeitsstörungen treten häufig in Zusammenhang mit sexuellem Missbrauch statt.

 

Borderline Störung :  Die Borderline-Störungen gehören zu der diagnostischen Gruppe der Persönlichkeitsstörungen. Kennzeichnend für eine Borderline-Störung ist eine festgesetzte Instabilität in sozialen Beziehungen, im Selbstbild und der Stimmung. Dies zeigt sich zum Beispiel in einer Abfolge intensiver, aber häufig wechselnder Beziehungen, der Neigung zu selbstverletzendem Verhalten oder starken Gefühlsausbrüchen. Der englische Begriff Borderline bezeichnet soviel wie Grenzline oder Grenzgebiet. Und das soll auch der Fachbegriff ausdrücken, ein "krankhaftes Zwischengebiet" zwischen (schizophrener) Psychose und Neurose bzw. Persönlichkeitsstörung. Das alles in eine Definition unterzubringen ist schwierig. Ich halte es auch immer für schwierig, denn hinter dieser Krankheit stehen Menschen und die sind es die gesehen werden sollten.

dissoziative Persönlichkeitsstörung:

In der Bevölkerung ist das eher als multiple Persönlichkeitsstörung bekannt. Eine multiple Persönlichkeit vereinigt unterschiedliche Identitäten in sich, di everschiedenen Alters sein, unterschiedliche Geschlechter und Namen haben können. Jede dieser Persönlichkeiten ( Innis ) übernimmt mal die Kontrolle, hat seine eigene Wahrnehmung, eigene Handschrift, seinen eigenen Charakter, eigene Vorlieben... usw. Kurz um, in einem Menschen mit multipler Persönlichkeitsstörung herrschen zwei , aber meist mehrere Persönlichkeiten. Die getrennt voneinander die Kontrolle über den Körper übernhemen. Multipel sein ist eine Überlebensstrategie und eine schwere Störung in der Persönlichkeitsentwicklung. Aber auch hier sollte der Mensch hinter der Krankheit gesehen werden. Die medizinischen Definitionen gehen noch viel weiter uns sind für Laien nur schwer zu verstehen, deswegen habe ich es hier mit einer allgemeinen versucht.

 

 


 

 

 


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