Simone73's Webseite

                    ***Diabetes***

 

Ja ich weiss noch nicht ob ich diese Seite überhaupt drin lasse. Mal sehen was kommt, ich kann mich ja jeden Tag anders entscheiden ! ;o)

Ich war 15 jahre alt, ein paar Tage vor meinem 16 Geburtstag da schickte mich meine Lehrerin zum Arzt weil ich die Tage vorher ständig kränkelte, mir war schlecht, ich hatte nicht mehr die Konzentration wie vorher. Und baute einfach nur ab. Da ich ja ein anständiges Mädchen war *g*, hörte ich auf meine Lehrerin und ging zu meiner Ärztin. Die äußerte den Verdacht auf Diabetes und sagte ich solle nächsten Tag nüchtern unbedingt noch mal wieder kommen. Gesagt getan.

Am nächsten Morgen bin ich wieder zu meiner Ärztin und sie bestätigte den Verdacht vom Vortag und überwies mich sofort in ein Krankenhaus. Für mich war es gar nicht so schlimm, also das Krankenhaus zumindest, denn so hatte ich Ruhe vor meinem Vater und seinen Freunden. Im Krankenhaus wurde die Diagnose noch einmal bestätigt. Der Arzt der mich aufnahm erklärte mir in den ersten paar Sätzen das ich nie wieder ohne Uhr , nie wieder ohne Spritze und nie wieder ohne festen Plan leben werde. Das hat erst einmal gesessen. Meine Mutter war schockiert und weinte, ich lies es erst einmal sacken und fühlte, gefühlt habe ich am Anfang gar nichts.  Fühlte mich aber im Krankenhaus nicht unwohl. Bei dem Arzt und dem was er sagte habe ich nur gedacht: "na wir werden ja sehen"

Nach einer Weile aber setzte es sich auch bei mir. Und der Schock setzte ein. Denn es dauerte nicht lange und die Schwester kam mit der ersten Spritze. Die ersten Tage wurde ich von den Krankenschwestern gespritzt. Aber eines Tages hieß es dann so und jetzt spritzt Du alleine. Und ich dachte und sagte "Nö" daraufhin sagte sie das ich dann wohl nicht aus dem Krankenhaus entlassen werden konnte. Naja und nach vier Wochen Krankenhaus hatte ich schon das Bedürfniss mal wieder außerhalb der Mauern des Krankenhauses zu sein. Auch wenn das Krankenhaus für mich ein sicherer Ort gewesen ist. Ich kann mich noch ziemlich gut an meine ersten Spritzen erinnern, sie waren aus Glas und hatten unheimlich lange Kanülen. Das hieß ständig auskochen. Der Essensplan, das Essen nach Uhr das Spritzen nervte mich zusehens immer mehr. Zwischendurch kamen mich meine Eltern besuchen und wenn mein Vater eine unbeobachtete Minute hatte dann flüsterte er mir zu, dass er und seine Freunde sich schon darauf freuen wenn ich zu Hause sei, und er mich vermissen würde. Aber die erste Zeit zu Hause lies er mich in Ruhe. Wir alle mussten lernen mit dieser Krankheit irgendwie umzugehen. Mich "kotzte" es am meisten an. Nie wieder Essen wann man Lust hat, immer nach Plan, alles abwiegen was gegessen wird. Ständig Spritzen. Diese Krankheit konnte ich irgendwie nicht annehmen. Auch wenn ich mir im Vorfeld oft gewünscht habe "Ich möchte schlimm krank werden, damit dieser ganze Irrsinn aufhört". Die Krankheit kam, der Irrsinn hörte nicht wirklich auf. Keine Schokolade, nichts war mehr so wie voher, alles änderte sich. Meine Eltern achteten noch mehr auf mich. Hatten noch mehr Kontrole über mich. Und ich dachte immer öfter an die Sätze des Arztes das ich nie wieder ohne Uhr, ohne Plan und ohne Spritzen sein würde. Und dachte "Päh dir werde ich es zeigen" . Ich lies meinen Diabetes schleifen und bekam bald darauf die Quittung. Wieder Krankenhaus, Ärzte und Schwestern wussten anscheinend wieso, ich war nicht die erste die so reagierte.

Ich lernte irgendwann mich zusammenzureißen, aber angenommen habe ich meine Krankheit trotzdem nicht. Ständig hörte ich wie schlimm diese Krankheit sein würde und ich dachte immer nur lasst mich doch in Ruhe damit ! Vor meinem Vater und seinen Freunden schützte mich die Krankheit auch nicht mehr. Sie kamen trotzdem und vergewaltigten mich regelmäßig. Also lief die Krankheit irgendwie neben mir her. Die Behandlung des Diabtes besserte sich mit der Zeit ich bekam Einmalspritzen, irgendwann sogar einen Pen ( ein Injektionsgerät ). Ich wurde älter und mein Diabtes naja war immer irgendwie dabei. Lieben tue ich ihn heute noch nicht. Auch heute nervt er mich noch immer tierisch. Heute behandel ich meinen Diabetes mit einer Insulinpumpe. Das heisst ich habe keine so festen Pläne mehr. Muss zwar noch immer x mal am Tag meinen Blutzucker messen (was ich nicht regelmäßig mache)  aber die Insulinpumpe erleichtert mir doch schon einiges!

Inzwischen schreiben wir das Jahr 2017, meine Insulinpumpe habe ich noch immer und es hat sich in der Diabetestherapie viel getan. Seit ein paar Monaten trage ich ein Gerät, welches alle 5 Minuten meinen Gewebezucker misst. Ist zwar wieder ein gerät mehr, was ich am Körper trage, aber es gibt noch mal mehr Sicherheit, weil es bei zu hohen und zu niedrigen Werten jeweils mit einem Alarm reagiert. Meinen Diabetes habe ich inzwischen seit 27 Jahren und die ein oder andere Folgeerkrankung hat sich auch schon gemeldet. In Phasen in denen es mir psychisch nicht gut geht, ist der Zucker meist viel zu hoch. Ich bin bemüht um gute Werte, aber fakt ist, der Diabetes reagiert auf jede Art von Stress, ob nun körperlich oder psychisch. In meiner Therapie gibt es heute zum Glück kein strikten Essensplan mehr. Das abwiegen muss ich nach 27 Jahren auch nicht mehr machen. Klar muss ich mein Essen nach wie vor berechnen, aber das geht schon. Nach der Uhr muss ich mich heute nicht mehr richten. Das einzigste was ist, ist halt mit dem Insulin auf die Werte reagieren. Allerdings ist das nicht immer so leicht.

 

 
    

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