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               ***Therapie***

 

Therapie war für mich lange lange Zeit etwas was für mich überhaupt nicht in Frage kam. Ich bin selbst Erzieherin und in meiner Ausbildung zur Erzieherin hat mich dieses Thema schlagartig eingeholt, da wir solche Themen im Unterricht besprachen. Es waren für mich die wohl schlimmsten Stunden im ganzen Studium. Ich habe meine Ausbildung wirklich gerne gemacht, aber diese Stunden waren für mich einfach furchtbar weil da zum ersten mal das wieder hoch geholt worden ist was ich jahrelang wahnsinng erolgreich verdrängt habe. Es war nie so das ich diese Sachen ganz vergessen habe, aber es war so das ich mich halt einfach nicht mehr damit befasst habe. Ich habe immer gewusst es gibt diesen Missbrauch, aber ich muss funktionieren.

Während des Studium bin ich dann zu einer Beratungsstelle, war ein paar male dort habe grob und oberflächlich von mir erzählt halt alles was einem so bedrücken kann. Und ich habe immer wieder erfolgreich geschafft nicht über das Thema Missbrauch zu reden. Zu der damaligen Zeit lebten meine Eltern noch. Und meine damalige Therapeutin meinte irgendwann Frau...... wir wollen doch nun mal langsam anfangen über ihr eigentliches Problem zu reden. Das konnte ich nicht wirklich und dann eines Tages während einer Therapiestunde oder ich möchte es mal eher Beratungsstunde nennen sagte sie das am Ende dieser Therapie wir eine Konfrontation mit meinen Eltern machen könnten und das war etwas was für mich unmöglich war. Zu gross waren meine Angst vor meinem Erzeuger und den anderen, da sollte ich hin und sagen ..... das und das hat mir mein Vater und all die anderen angetan. Das war unmöglich. Einzigste Schlussfolgerung war für mich es sofort abzubrechen und habe mir danch eingeredet naja jetzt hast du eine Therapie gemacht, jetzt ist alles in Ordnung und das Thema ist erledigt. War es dann auch eine Zeitlang bis wieder alles aufgewühlt wurde. Meine Mutter verstarb im Jahr 2000 und mein erster Gedanke war, warum ? Warum lässt sie mich jetzt wieder mit diesem Arschloch allein. Warum ? Ja und seit dem kam es mehr und mehr an die Oberfläche bis ich es fast nicht mehr aushielt. Ich gelang auf eine Page gegen Kindesmissbrauch und blieb dort hängen. Fing an zu erzählen und war immer noch gebremst von meinem Erzeuger. Als dieser dann im Jahr 2002 verstarb, war für mich irgendwie kein halten mehr. Es wurde immer schlimmer. Die Erinnerungen wurden immer heftiger. Und ich war an einem Punkt an dem ich nicht mehr weiter kam. Immer wieder drehte ich mich im Kreis und kam nicht mehr vorwärts.

Da wagte ich den Schritt noch einmal eine Therapie zu beginnen. Und dieses mal ist es ganz anders. Dieses mal werden Sachen nach oben geholt die für mich so nicht ersichtlich waren. Oder die ich nie so wahr haben wollte. Direkt danch brauche ich meist jemanden der mit mir noch einmal darüber redet und ich hoffe jedes mal aufs neue meine Freunde damit nicht zu nerven. Aber ich glaube wenn ich irgendwann fertig bin, dann hoffe ich sagen zu können ich habe es geschafft. Aber auch diese Therapie habe ich irgendwie abgebrochen, ich habe ihr irgendwann das erzählt was sie hören wollte und sie war zufrieden.

Ich werde mich hier nicht hinstellen und sagen eine Therapie ist das Allheilmittel. Ich weiss von vielen Betroffenen das es auch anders geht. Aber für die jenigen, die gar nicht aus sich rauskommen, kann es vielleicht ein Weg sein. Das wichtigste ist das die Chemie zwischen Therapeuten und Klienten oder Patienten ( wie auch immer man es nennen mag ) stimmt. Um dies rauszubekommen hat man sogenannte Probestunden in denen sich beide beschnuppern können. Therapeutenlisten bekommt man bei der Krankenkasse, und dann kann man sich den raussuchen wo man meint es könnte klapen. Ich habe bei manchen schon nach dem Telefonat gesagt nein da werde ich icht hingehen, denn die Stimme alleine war mir schon sehr unangenehm.

Es gibt auch noch heute Punkte wo ich sage..... das und das ist mir an einer Therapie komisch, aber ich habe wieder einen Versuch unternommen um am Ende vielleicht sagen zu können. Dieser Schritt hat mir geholfen.

Zeitgleich habe ich bei Marion angefangen Gespräche zu führen. Ich weiss das sie keine ausgebildete Therapeutin ist. In einem Gespräch mit meiner Ärztin sagte ich ihr das auch mal und auch sie meinte das es darauf nicht ankommt ! Es kommt darauf an wie es mir damit geht.

Ich hatte dann wieder eine Therapie angefangen. Ich hatte sowas wie Vertrauen zu der Therapeutin und sie arbeitete mit mir und meinen Persönlichkeiten. 

Während meiner Zeit bei El Faro hatte und habe ich immer wieder Gespräche. Auch diese Gespräche sind wie Therapie. leider von den Kassen nicht bezahlt, obwohl viele der Mitarbeiter Heilpraktiker sind. Viel wichtiger ist allerdings, dass es alles selbstbetroffene Frauen sind, die ihren Weg schon gegangen sind und einem dadurch weiter helfen.    

 

 


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